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Urteil: Werbung mit einem durchgestrichen Preis ist auch für Onlineshops zulässig

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Wie auch im stationären Handel ist es Onlinehändlern erlaubt mit einem durchgestrichenen Preis, dem ein niedrigerer aktueller Preis gegenübergestellt ist, zu werben. Der Bundesgerichtshof hat kürzlich entschieden, dass diese gängige Praxis nicht grundsätzlich irreführend und damit auch nicht wettbewerbswidrig ist.

Ein Händler hatte auf der Handelsplattform Amazon mit einem reduzierten Preis geworben. Dem war der ehemals geltende Preis entgegengestellt und durchgestrichen dargestellt worden. Nicht nur bei Amazon ist dies eine gängige Praxis im Onlinehandel. Dennoch war der Händler von einem Konkurrenten gerichtlich auf Unterlassung in Anspruch genommen worden.

Der Kläger sah die Werbung als irreführend an, da seiner Meinung nach nicht eindeutig klar sei, um welchen Preis es sich bei den durchgestrichenen Preisen handle. Ohne weitere Erläuterung des Ausgangspreises sei ein solches Vorgehen wettbewerbswidrig.

Bundesgerichtshof hält die gängige Praxis nicht für irreführend

Die Richter sahen die Verwendung von durchgestrichenen Preisen ohne weitere Erklärung nicht als Irreführung an. Der Verbraucher gehe im Normalfall davon aus, dass es sich bei einem derart dargestellten Preis um den bisherigen Verkaufspreis des jeweiligen Händlers handle. Diese Gewohnheit decke sich auch mit der üblichen Praxis im stationären Handel.

Die von Seiten des Klägers vorgebrachte Tatsache, mit dem durchgestrichenen Preis sei bereits mehrere Monate geworben worden, sah das Gericht für den zu verhandelnden Sachverhalt als unerheblich an.

Vergleich mit Preisen Dritter bedarf eines Hinweises

Wird der Preis aber mit einem anderen als dem eigenen zuvor gültigen Preis verglichen, etwas einer unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers oder dem eines Konkurrenten, so ist ein entsprechender Hinweis nötig.


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