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Urheberrechtsschutz auf die meisten Werke über Sherlock Holmes läuft in den USA ab

Lupe Sherlock Holmes Copyright

Der Autor Arthur Conan Doyle starb bereits im Jahr 1930, seine bekannteste Figur, der englische Detektiv Sherlock Holmes, ist dagegen unsterblich. Aktuell läuft zum Beispiel eine international erfolgreiche, moderne Adaption der Geschichte als Fernsehserie. Dank des amerikanischen Urheberrechts brachten neue Bücher und Produktionen in den letzten 84 Jahren auch den Erben von Conan Doyle finanzielle Einnahmen durch Lizenzgebühren.

Urheberschutz für 95 Jahre

Damit wird in naher Zukunft aber Schluss sein. Denn das US-Copyright für die Werke um Sherlock Holmes und Dr. Watson ist größtenteils abgelaufen. Darüber wann genau der Schutz endet gab es einen langjährigen Rechtsstreit, denn in Amerika hat es eine Änderung im Urheberrecht gegeben. Daher waren die frühen Werke, die Conan Doyle vor 1923 geschrieben hatte, für 75 Jahre geschützt und wurden dadurch schon im Jahr 1998 gemeinfrei. Für die zehn späteren Geschichten, die bis 1927 entstanden, galt dann eine Schutzfrist von 95 Jahren. Dadurch müssen Autoren, die neue Werke um die Figuren schaffen, penibel aufpassen, dass sie keine Elemente dieser weiterhin geschützten Werke verwenden. Dies würde nach wie vor zur Abgabe von Lizenzgebühren führen.

Klage gegen Lizenzgebühren

Die Erben als Rechteinhaber hatten bis zuletzt versucht die gesamten Holmes-Geschichten für 95 Jahre schützen zu lassen. Sie argumentierten, dass die Bücher zu einem einheitlichen Kanon gehören und als Gesamtwerk zu sehen sind. Auf Grund dieser Argumentation hatten sie auch nach dem Ablauf des Urheberschutzes für den ersten Teil der Geschichten weiterhin hohe Gebühren von Autoren verlangt. Anwalt Leslie Klinger, der selbst viele Holmes-Bücher verfasst hat, klagte gegen die Erbengemeinschaft auf Unterlassung und bekam vom US Supreme Court Recht zugesprochen. Die eingelegte Berufung der Erben lehnte das Gericht jetzt ab. Damit ist dieser Rechtsstreit endgültig beendet und Sherlock Holmes, Dr. Watson sowie Erzfeind Professor Moriarty gehören der Allgemeinheit.

Zumindest größtenteils, denn die erwähnten 10 Geschichten bleiben in den USA bis 2022 urheberrechtlich geschützt. In England, der Heimat des berühmten Detektivs, sowie in Deutschland unterliegen alle Werke hingegen bereits seit 2001 nicht mehr dem Urheberrecht. In den europäischen Ländern verfällt der Rechtschutz auf die Werke eines Autors 70 Jahre nach dessen Tod.

Leslie Klinger ist verständlicher Weise mit dem Ausgang des Rechtsstreits sehr zufrieden und hat bereits ein neues Sherlock Holmes Buch angekündigt.


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