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Unitymedia-Kunden sollen Router als Hotspot freigeben

Router

Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia macht seine Kunden zu Hotspot-Betreibern. Die Zustimmung zu dieser Umstellung erfolgt stillschweigend. Kunden, die nicht innerhalb von vier Wochen aktiv Einspruch einlegen, geben ihren Router automatisch für „Gäste“ frei.

In Zeiten von Video- und Musikstreaming kennen viele Smartphone-Nutzer das Problem, dass ihr Datenvolumen ein knappes Gut ist. Frei zugängliche Internetzugänge via Hotspots werden daher gerne in Anspruch genommen. Die Deutsche Telekom und Vodafone bieten ihren Kunden daher schon länger ein kostenloses Hotspot-Netz, das aus zahlreichen privaten Routern bestehen, an.

Hier möchte der Kabelnetzbetreiber Unitymedia nun nachziehen und die Verbreitung eigener Hotspots deutlich ausbauen. Zu diesem Zweck sollen auch Unitymedia-Kunden ihre Router freigeben. Im Gegenzug können sie dann kostenlos andere Privatrouter zur Einwahl ins Internet nutzen.

Verbraucherschützer warnen vor stillschweigender Zustimmung

Die Zustimmung zur Freigabe des eigenen Routers als öffentlicher Hotspot erfolgt stillschweigend. Erheben die Kunden nicht innerhalb von vier Wochen Einspruch, wird automatisch im Router ein zweites WLAN-Signal zugeschaltet, das einen separaten Internetzugang ermöglicht.

Unitymedia bezeichnet dieses Vorgehen als verbraucherfreundlich, da die Kunden selbst keine Einrichtung an Hard- oder Software vornehmen müssen. Die Verbraucherzentralen sehen das Vorgehen des Netzbetreibers hingegen äußerst kritisch. Die Zustimmung des Kunden zu einer so weitreichenden Vertragsänderung stillschweigend einzuholen sei nicht in Ordnung.

Neben dem Sicherheitsrisiko für die eigenen Daten durch den öffentlichen Zugriff auf den Router, sei auch davon auszugehen, dass die Hotspot-Nutzung zu Lasten der vertraglich zugesicherten Bandbreite der Kunden gehe. Dies dürfe nach Ansicht der Verbraucherschützer nicht passieren.

Zudem fordert Unitymedia nach der Freischaltung in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen, dass seine Kunden den WLAN-Dienst für „Mitnutzer“ nicht unterbinden. Der Router darf von diesem Zeitpunkt an also eigentlich nicht mehr vom Strom genommen werden.


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