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Landgericht sieht wenig Chancen für ein Verbot von Adblock Plus

12.08.2015
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Internetnutzer

Nachdem zuletzt bereits das Landgericht Hamburg von einem Verbot von Adblockern absah, hat nun auch das Landgericht Köln die Ablehnung der Klage signalisiert. Betreiber von Webseiten müssen durch das Unterdrücken von Werbeanzeigen hohe Einnahmeverluste hinnehmen. Besonders der Axel Springer Verlag macht sich für ein Verbot stark.

Hohe Einbußen für Seitenbetreiber

Erst kürzlich ist eine Studie von Adobe und PageFair zur Nutzung von Werbeblockern erschienen. Danach steigt die Nutzung von Browser-Plugins, durch die das Einblenden von Werbung auf Webseiten unterbunden wird, rasant an. In Deutschland verwendeten 17% mehr Internetnutzer einen Adblocker als im Vorjahr. Man geht insgesamt nun von etwa 18 Millionen Nutzern aus. Dies sorgt mittlerweile für erhebliche Einbußen bei den Anbietern von Inhalten im Netz. Weltweit fallen laut der Studie 21 Milliarden Dollar den Werbeblockern zum Opfer. Betroffen sind davon nicht nur große Verlage wie Axel Springer, die ihr Angebot mittlerweile zu einem großen Teil auch durch Online-Werbung finanzieren und daher nun ein gerichtliches Verbot anstreben. Nutzer von Werbeblockern schaden oft auch den kleinen Blogs und Seiten, die sie eigentlich am liebsten lesen.

Kein Verbot von Adblock Plus

Besonders im Fokus der Debatte steht das weit verbreitete Plugin Adblock Plus. Der Werbeblocker ist für die Nutzer kostenlos. Die Eyeo GmbH, welche das Tool entwickelt hat, bietet Firmen jedoch gegen Bezahlung die Eintragung auf einer sogenannten Whitelist an. Die dort gelisteten („nicht nervenden“) Anzeigen werden nicht geblockt und ausgeblendet. Vor dem aktuellen Prozess am Landgericht Köln, bei dem besagter Axel Springer Verlag gegen das Geschäftsmodell der Firma Eyeo klagt, waren schon andere große Medienkonzerne gescheitert. Die Mediengruppen ProSiebenSat1 und RTL hatten vor dem LG München das nachsehen und die Klage des Handelsblatts sowie der Zeit Online wurde vom LG Hamburg abgelehnt. Die Richter am Landgericht in Köln signalisierten nun, dass man sich sehr wahrscheinlich den beiden Entscheidungen anschließen werde.

Da die Nutzer den Adblocker aus freier Entscheidung heraus installieren, sahen die Richter in München und Hamburg keinen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht.

Im Fall einer Niederlage hat der Axel Springer Verlag bereits angekündigt auch in die nächsten Instanzen gehen zu wollen. Das Unternehmen sieht durch Werbeblocker wie Adblock Plus das System des kostenfreien Internets gefährdet.


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