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Fotograf hat bei Bereitstellung seiner Fotos im Internet durch einen Dritten Recht auf Namensnennung

Foto Bildrechte

Wer Fotografien eines anderen nutzt, indem er sie ins Internet einstellt, muss grundsätzlich auch den Fotografen nennen. Das gilt auch dann, wenn der Fotograf die „unbeschränkten Nutzungsrechte“ vertraglich auf den Nutzer übertragen hat. Das Amtsgericht (AG) München stellt insoweit klar, dass hierin kein Verzicht des Fotografen auf die Nennung seines Namens liege.

Der Kläger ist als Profi-Fotograf auf die Herstellung von Hotelfotos spezialisiert. 2013 machte er von einem Hotel in Friedrichshafen im Auftrag von dessen Geschäftsführer Fotografien zu einem Honorar von knapp 1.000 Euro. 13 der insgesamt 19 Bilder verwendete der Hotel-Geschäftsführer auf der Webseite des Hotels und auf sechs Hotelportalseiten im Internet, ohne den Namen des Fotografen zu nennen. Der Fotograf verlangte daraufhin von dem Hotel Unterlassung und Schadenersatz in Höhe von 958,72 Euro. Daraufhin ergänzte das Hotel auf seiner Internetseite den Fotografenhinweis, zahlte jedoch keinen Schadenersatz.

Auf die Klage des Fotografen sprach das AG München ihm einen Schadenersatz in Höhe von 655,96 Euro zu. Dadurch, dass das Hotel die Fotos auf der eigenen Internetseite öffentlich zugänglich gemacht hat, habe es gegen das Namensnennungsrecht des Fotografen verstoßen. Nach dem Gesetz habe der Fotograf allein das Recht, darüber zu bestimmen, ob die Fotos nur mit seiner Namensnennung verwendet werden dürfen. Er habe beim Vertragsschluss mit dem Hotel nicht auf dieses Recht verzichtet. Soweit in dem Vertrag die „unbeschränkten Nutzungsrechte“ dem Hotel eingeräumt werden, beinhalte dies nicht den Verzicht auf die Namensnennung. Grundsätzlich müsse der Name des Fotografen genannt werden. Eine eventuell abweichende Übung in der Branche habe das Hotel nicht nachgewiesen.

Das Hotel hätte daher vor Verwendung der Bilder prüfen und sich erkundigen müssen, ob die Bilder ohne Nennung des Fotografen benutzt werden dürfen. Durch die Nutzung der Fotografien ohne Benennung des Fotografen wurden laut AG München dessen Rechte verletzt. Bei der Berechnung der Höhe des Schadens ist das Gericht eigenen Angaben zufolge von dem vereinbarten Honorar für die Nutzung der Bilder ausgegangen und machte einen Zuschlag von 100 Prozent. Da von dem Hotel nur 13 der 19 Bilder eingestellt worden seien, sei nicht der ursprüngliche Gesamtpreis der Bilder anzusetzen gewesen, den das Hotel im Jahr 2013 für die Herstellung der Bilder an den Fotografen bezahlt hat, sondern nur der auf die 13 Bilder entfallende Teilbetrag von 655,96 Euro.

Amtsgericht München, Urteil vom 24.06.2015, 142 C 11428/15, rechtskräftig


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