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Facebook-„Like“-Button verstößt gegen Datenschutzvorschriften

Facebook App

Verbraucherschützer hatten Peek & Cloppenburg sowie fünf weitere Großunternehmen wegen der Verwendung des Facebook „Like“-Buttons verklagt. Heute hat das LG Düsseldorf ein Urteil verkündet. Darin gab das Gericht der Verbraucherzentrale Recht. Nutzer müssen über die Weitergabe der Daten aufgeklärt werden.

Nicht nur im sozialen Netzwerk Facebook gibt es den sogenannten „Like“-Button für Beiträge, mit dem die Nutzer ausdrücken können, dass ihnen etwas gefällt. Auch Betreiber externer Webseiten können den Facebook-Button einbinden um Interaktion mit den Lesern zu ermöglichen und die Reichweite ihrer Inhalte zu erhöhen.

Der „Gefällt mir“-Button auf Drittseiten ist Verbraucherschützern schon lange ein Dorn im Auge. Denn schon beim Aufrufen einer entsprechenden Webseite werden Nutzerinformationen an Facebook in die USA gesendet. Die Datenübermittlung findet selbst dann statt, wenn man weder den Button betätigt hat noch überhaupt bei Facebook registriert ist.

Diese Praxis verstößt nach Ansicht der Verbraucherschützer deutschem und europäischem Datenschutzrecht. Aus diesem Grund wurde Klage gegen insgesamt sechs Unternehmen eingereicht, die den Button auf ihren Unternehmensseiten eingebunden hatten.

Im Verfahren der Verbraucherzentrale gegen die Modekette Peek & Cloppenburg bzw. deren Onlineshop Fashion ID hat nun das Landgericht Düsseldorf sein Urteil verkündet. Es stimmt in weiten Teilen mit der Ansicht der Verbraucherschützer überein und sieht den Einsatz des Buttons als Verletzung der Datenschutzvorschriften. Unter anderem werde die IP Adresse ohne Zustimmung der Nutzer übermittelt. Seitenbetreiber müssen über die Datenweitergabe aufklären.

Das Hotelportal HRS sowie der Tickethändler Eventim unterzeichneten bereits eine Unterlassungserklärung. Kosmetik-Anbieter Beiersdorf und Textil-Discounter Kik verwenden bereits andere technische Lösungen oder verzichten ganz auf die Einbindung von Facebook. Gegen das Bonus-System Payback läuft das Verfahren noch vor dem Landgericht München.

Nicht erst seit diesem Urteil sollten Seitenbetreiber von der Verwendung des Facebook-Plugins absehen. Technisch lässt sich die Interaktion und das Teilen von Beiträgen auf Facebook auch realisieren, ohne ungefragt Daten an das soziale Netzwerk zu übermitteln.


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