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Facebook blockiert Nicht-Mitglieder in Belgien

9.12.2015
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Facebook Sperre Schloss

Um einem Gerichtsurteil zum Datenschutz gerecht zu werden, können Nutzer in Belgien nur noch Facebook-Seiten aufrufen, wenn sie selbst im Netzwerk angemeldet sind. Nur so könne man die Vorgaben der Gestzgebung umsetzen heißt es seitens Facebook. Das Urteil könnte auch Folgen für andere EU-Mitgliedstaaten haben.

Per Gericht wurde Facebook in Belgien kürzlich untersagt Daten über Nicht-Mitglieder zu sammeln. Dies gilt sowohl für Besuche auf der Facebook-Seite selbst, als auch mittels des „Like“-Buttons auf anderen Webseiten im Netz. Das Unternehmen aus Amerika verwendet dafür das sogenannte Identitäts-Cookie „Datr“. Facebook unterschied bisher beim setzen des Cookie nicht zwischen Mitgliedern und Nicht-Mitgliedern. Mit gesetztem Datr-Cookie kann Facebook durch die „Like“-Buttons den Weg der Nutzer durch das Internet verfolgen.

Facebook selbst argumentierte, dass das Datr-Cookie für mehr Sicherheit sorge. Es helfe falsche Profile zu identifizieren und Angriffe auf das Netzwerk zu verhindern. Ein Browser der innerhalb kürzester Zeit hunderte von Profilseiten besuche, sei ein deutliches Anzeichen für kriminelle Aktivitäten. Das Unternehmen bestritt, dass die Technik für zielgerichtete Werbung verwendet werde. Die Daten könnten nicht einzelnen Personen zugeordnet werden.

Das Gericht folgte der Argumentation nicht und urteilte, dass Facebook nicht weiter Daten der Nicht-Mitglieder erfassen dürfe. Hält sich Facebook nicht an das Urteil, so wird eine Strafe von 250.000 Euro täglich fällig.

Facebook selbst reagierte nun auf das Urteil und kündigte an, die eigene Seite für Nicht-Mitglieder in Belgien komplett zu sperren. Bisher können die Profilseiten auch ohne eigene Mitgliedschaft aufgerufen und die als öffentlich deklarierten Informationen eingesehen werden. Dies soll nun nicht mehr möglich sein. Zudem verzichte man wohl zukünftig auf den Einsatz des umstrittenen Datr-Cookies.

Datenschützer sind verärgert

Den Datenschützern in Belgien geht diese Reaktion allerdings zu weit. Man habe nicht die Sperrung verlangt, sondern nur das Ende der Datenspeicherung. Facebook argumentiert hingegen, dass man sich nur auf diese Weise in der Lage sehe die Vorgaben des Gerichtsurteils umzusetzen. Eine andere technische Möglichkeit gäbe es nicht.

Auswirkungen auf andere Länder

Bisher will Facebook die Sperrung nur in Belgien umsetzen. Das Urteil könnte aber durchaus auch Folgen für andere EU-Mitgliedstaaten haben, denn der Richterspruch basiert nicht auf belgischem, sondern auf europäischem Recht.


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