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Einstweilige Verfügung wegen Einsatz von Google Analytics

datenschutz google analytics

Um detaillierte Besucherstatistiken für die eigene Webseite zu erhalten bietet Google eine umfassende und kostenlose Lösung an. Doch wer das Tool Google Analytics für seine Internetseite nutzt, sollte auf den Datenschutz achten. Andernfalls kann, wie kürzlich in einem Fall vor dem LG Hamburg, eine einstweilige Verfügung drohen.

Google Analytics wird häufig nicht datenschutzkonform eingesetzt

Die Nutzung von Google Analytics bieten Betreibern von Webseiten wertvolle Informationen über das Nutzerverhalten der Seitenbesucher. Durch die Integration weniger Zeilen Java-Script in den Quellcode der Seite ist das Tool schnell eingerichtet und beginnt mit der Übermittlung der Daten an Google. Darunter auch personenbezogene Daten wie die aktuelle IP-Adresse des Nutzers. An dieser Stelle kann es für den Seitenbetreiber teuer werden, denn eine solche Datenübermittlung ist nach europäischem und deutschem Recht nicht so einfach gestattet.

Im erwähnten Fall vor dem Landgericht Hamburg erwirkte ein Mitbewerber eine einstweilige Verfügung gegen seinen Konkurrenten. Dieser hatte versäumt, über die Nutzung von Google Analytics in seiner Datenschutzerklärung zu informieren. Der Streitwert wurde in diesem Fall auf 5.000 Euro festgesetzt. (LG Hamburg, Beschluss vom 09.08.2016, Az. 406 HKO 120/16)

Laut §13 Telemediengesetz ist eine solche Belehrung zwingend vorgeschrieben. Die Übersendung der Nutzerdaten an das amerikanische Unternehmen Google muss dem Nutzer mitgeteilt werden. Dieser Hinweis sollte in einer Datenschutzerklärung erfolgen, für die eine separate Seite angelegt wird, die mit dem Titel „Datenschutz“ oder „Datenschutzerklärung“ versehen ist und von jeder Seite aus leicht zugänglich ist.

Ein reiner Datenschutzhinweis reicht nicht aus

Mit dem Hinweis auf den Einsatz von Google Analytics ist es aber noch nicht getan. Um das Statistik-Tool datenschutzkonform nutzen zu können sind drei weitere Schritte notwendig. Einerseits muss die IP-Adresse der Nutzer vor der Übermittlung an Google anonymisiert werden. Dies geschieht, indem man dem eingebauten Script eine weitere Zeile Quellcode hinzufügt.

Beispiel (Universal Analytics):


(function(i,s,o,g,r,a,m){i['GoogleAnalyticsObject']=r;i[r]=i[r]||function(){
(i[r].q=i[r].q||[]).push(arguments)},i[r].l=1*new Date();a=s.createElement(o),
m=s.getElementsByTagName(o)[0];a.async=1;a.src=g;m.parentNode.insertBefore(a,m)
})(window,document,'script','//www.google-analytics.com/analytics.js','ga');

ga('create', 'UA-XXXXXXX-X', 'meinewebsite.de');
ga('set', 'anonymizeIp', true);
ga('send', 'pageview');

Informationen zur IP-Anonymisierung

Vertrag mit Google schließen

Um Analytics rechtssicher einsetzen zu können muss Google außerdem offiziell beauftragt werden die Nutzerdaten zu sammeln. Zu diesem Zweck muss ein spezieller Vertrag mit Google geschlossen werden. Im September 2016 wurden die Anforderungen leicht aktualisiert. Eine entsprechende Mustervorlage kann man bei Google direkt herunterladen. Diese muss ausgefüllt und unterschrieben per Post an Google gesandt werden. Der Vertrag wird dann wenig später gegengezeichnet zurückgeschickt.

Widerspruch möglich machen

Aber auch wenn Google offiziell beauftragt ist und die IP-Adressen anonymisiert sind, ist man vor Abmahnungen nicht sicher. Zusätzlich zur Information der Nutzer in der Datenschutzerklärung muss auch die Möglichkeit zum Widerspruch gegen die Übermittlung der eigenen Daten eingeräumt werden. Am einfachsten geht dies, indem man einen Link zu einem Browser-Plugin bereitstellt, welches Google anbietet um die Datenübersendung zu unterbinden. Das Plugin ist für alle gängigen Browser erhältlich.

Browser-Plugin

Sollten Sie Google Analytics auf Ihren Webseiten verwenden und unsicher sein, ob der Einsatz datenschutzkonform erfolgt bzw. ob Ihre Datenschutzerklärung ausreichend ist, dann wenden Sie sich gerne an unsere Experten für Datenschutz.


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