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Datenschutz bei Pokemon GO bedenklich

Weltweit ist ein großer Hype um das Smartphone Spiel „Pokemon GO“ entstanden. Seit dieser Woche ist es auch in den deutschen App-Stores zu finden. Doch wer auf die Jagd nach den kleinen Monstern geht, sollte einen Blick in die Datenschutzbestimmungen werfen.

Pokemon GO – Ein Spiel sorgt für Aufregung

Ein „Kinderspiel“ sorgt aktuell für einen gewaltigen Hype. Das Unternehmen Niantic, ein Startup unter dem Dach von Google, hat eine Augmented-Reality-Variante des Spieleklassikers Pokemon für Smartphones auf den Markt gebracht. Ziel des Spiels ist es, neue Pokemon zu fangen und mit diesen gegen andere Spieler im Kampf anzutreten. Der Clou dabei ist, dass man die kleinen Monster über das Smartphone in der realen Welt aufspüren und dann virtuell einfangen kann.

Login-Panne wurde behoben

Gleich nach Veröffentlichung des Pokemon-Spiels warnten Datenschützer vor einer umfangreichen Sicherheitslücke. Offenbar gewährten die Spieler mit ihrem Login über ihr Google-Konto Zugriff auf die Inhalte sämtlicher Google-Dienste. So zum Beispiel auf die Kontakte und Mails ihres Gmail-Accounts oder die Daten in Google Drive.

Die Entwickler betonen allerdings, dass die App lediglich mehr Berechtigungen eingefordert habe, als tatsächlich genutzt worden seien. Weder Niantic noch Google hätten auf Informationen außer der Google-ID und der Mailadresse des Nutzers zugegriffen, um diesen zu identifizieren. Der Fehler sei aber bereits behoben worden. Außerdem seien nur Nutzer von iOS-Geräten betroffen gewesen.

App sammelt Standortdaten

Auch wenn die Panne bei der Datenfreigabe scheinbar behoben ist, geben Datenschützer keine Entwarnung für das beliebte Spiel. Denn während die Spieler die App nutzen, sammelt Niantic permanent Daten. Das Augmented-Reality-Game lebt natürlich davon, dass die Spieler sich durch die reale Welt bewegen um zum Beispiel weitere Pokemon zu fangen. Über die GPS-Daten, die das Smartphone dafür verwendet, kann so ein umfangreiches Bewegungsprofil der Nutzer erstellt werden. Diese Informationen sind äußerst sensibel. Durch sich täglich wiederholende Wege könnten beispielsweise Rückschlüsse über den Wohnort, den Arbeitsplatz oder bei Kindern den Ort der Schule gezogen werden. Ebenso lässt sich durch Regelmäßigkeiten im Bewegungsprofil abschätzen, wo der Nutzer als nächstes sein könnte.

Daten werden an Behörden weitergegeben

In den Datenschutzbestimmungen gibt es noch einen weiteren Punkt, der Datenschützern übel aufstößt. Und zwar heißt es dort, dass der Entwickler Niantic mit der Regierung sowie Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeite und die gesammelten Daten offengelegt würden, sofern man es für nötig und angemessen erachtet.

Vorsicht vor Malware

Neben den angesprochenen Problemen beim Datenschutz droht Nutzern von Android Geräten noch eine weitere Gefahr. Offenbar ist eine Version von „Pokemon GO“ aufgetaucht, die mit Malware infiziert ist. Dies gaben Experten der Virenschutzfirma Bitdefender bekannt. Über den Trojaner bekommen Hacker umfangreichen Zugriff auf das Smartphone und können so Standortdaten, Telefonate und Nachrichten abgreifen.


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