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B2B Onlineshop muss deutlich auf die Beschränkung hinweisen

B2B-Onlineshop Tablet iPad

Beschränkt man den Kundekreis seines Onlineshops auf Unternehmenskunden und schließt somit Endverbraucher aus, muss man auf diesen Umstand deutlich und transparent hinweisen. Geschieht dies nicht, so wird der Shop rechtlich wie ein normaler B2C-Onlineshop behandelt. Dies kann im schlimmsten Fall Abmahnungen zur Folge haben.

Reine B2B-Shops sind möglich und zulässig

Betreiber von Onlineshops können sich ausschließlich auf andere Unternehmen als Kunden beschränken. Großhändler, die ihre Waren online vertreiben sind hier ein Beispiel. Der Ausschluss von Endverbrauchern als Kundschaft hat den Vorteil, dass rein rechtlich für den Onlineshop nicht so strikte Verbraucherschutzregeln gelten. Die Beschränkung auf B2B-Kunden muss allerdings eindeutig und der Verkauf an Verbraucher ausgeschlossen sein.

Hinweise auf B2B-Shop müssen deutlich hervorgehoben werden

Richtet sich ein Shop also ausschließlich an Unternehmenskunden, muss dies für alle Besucher der Webseite transparent und klar ersichtlich sein. Andernfalls drohen Abmahnungen von Verbraucherschützern, wie im Fall des Onlineshops profi-kochrezepte.de, der sein Angebot einer kostenpflichtigen Mitgliedschaft eigentlich nur an Gewerbetreibende richtet.

Die Betreiber bieten mehr als 20.000 professionelle Rezepte zu einem monatlichen Preis von 19,90 Euro an. Die Nutzung der Rezepte ist allerdings nur Unternehmen, Vereinen, Behörden und Freiberuflern vorbehalten. Über diesen Sachverhalt informieren die Betreiber auch über eine Infobox, die Bezeichnung „B2B Plattform für Gewerbe“ in der Kopfzeile und einen Hinweistext über dem Bestellformular. Der Verbraucherzentrale NRW waren diese Informationen allerdings nicht eindeutig genug gestaltet. Die Website richte sich nach ihrem gesamten Erscheinungsbild auch an Verbraucher, da die Einschränkung auf Unternehmenskunden nicht ausreichend gegeben sei.

Daher mahnte die Verbraucherzentrale das Rezepte-Portal unter anderem wegen nicht ausreichend beschrifteter Bestell-Buttons und der fehlenden Widerrufsbelehrung ab.

Landgericht Dortmund folgt der Argumentation der Verbraucherzentrale

Das Landgericht gab der Unterlassungsklage statt. Es sei zwar möglich und zulässig einen Internetshop auf Unternehmenskunden zu beschränken, dies müsse aber so eindeutig ersichtlich sein, dass es von Verbrauchern nicht übersehen werden kann.

Die Richter waren im Fall von profi-kochrezepte.de der Auffassung, dass sich keiner der Hinweise deutlich genug abhebe. Die Bezeichnung „B2B“ in der Kopfzeile sei in einer sehr unleserlichen Schriftart gehalten und somit leicht zu überlesen. Die Infobox in der Seitenleiste hebe sich zudem nicht aus der Gestaltung ab und sei auch erst zu sehen, wenn man die Seite weit nach unten scrollt. Der zwar inhaltlich eindeutige Hinweistext über dem Bestellformular sei so unmittelbar an einen werblichen Textblock für neue Bio-Rezepte angeschlossen, dass er nicht als eigenständiges Element wahrgenommen würde.

Darüber hinaus könnten weitere frei zugängliche Inhalte des Onlineangebots (z. B. Kochtipps und ein Kalorienrechner) suggerieren, dass auch Verbraucher zur Zielgruppe des kostenpflichtigen Angebots zählen.
Wie setzt man einen B2B Shop am besten um?

Es ist also nicht ausreichend, wenn auf der Seite Hinweise auf den ausschließlichen Verkauf an B2B-Kunden vorhanden sind. Diese müssen auch optisch so gestaltet ein, dass die Internetnutzer sie auf Anhieb wahrnehmen, damit vor der Bestellung transparent ist, dass nur gewerbliche Kunden zugelassen sind. Folgende Maßnahmen helfen den B2B-Onlineshop rechtssicher umzusetzen:

  1. Es ist also auf eine deutliche grafische Hervorhebung und eine Platzierung an kaufrelevanten Stellen zu achten. Insbesondere sollte ein Hinweis ohne scrollen der Seite eindeutig sichtbar sein. Infoboxen sollten sich grafisch und farblich vor der restlichen Gestaltung abheben.
  2. Neben der Bestätigung der AGB empfiehlt sich die Verwendung einer gesonderten Checkbox zur Bestätigung der Unternehmerschaft.
  3. Um ganz sicher zu gehen, sollte vorab ein Unternehmensnachweis angefordert werden. Dies kann beispielsweise eine Kopie des Gewerbescheins sein. Eine solche Bestätigung kann sich zwar negativ auf die Anmelde- bzw. Verkaufszahlen auswirken, ist aber die eindeutigste Möglichkeit, um die B2B-Begrenzung umzusetzen.
  4. Zumindest sollte das Bestellformular aber ein Pflichtfeld enthalten, indem der Unternehmensname abgefragt wird.

Darüber hinaus empfiehlt es sich auch, einen auf gewerbliche Kunden begrenzten Shop nach den Vorgaben Verbraucherschutzes für einen allgemeinen Shop umzusetzen, um Abmahnungen vorzubeugen.


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